Oberer Main – der ideale Einstieg in das Fluss-SUPen

Anfang Juni 2017 zieht es uns mal wieder – wie jedes Jahr – nach Oberfranken. Leider sind ja die Wiesent und (seit 2017) auch noch die Pegnitz für uns mit dem SUP komplett gesperrt. Deswegen wollen wir wieder einmal die Stadtrundfahrt in Bamberg paddeln und vor allem endlich den oberen Main.

Fahrt nach Norden

Wir packen unseren Paddelbus schon am Tag vorher. Andreas holt mich freitags direkt an der Arbeit ab und schon stellen wir uns hinten in den Stau auf der A9 raus aus München. Die Sonne scheint vom wolkenlosen Himmel und wir zoppeln uns langsam Richtung Ingolstadt. Ab dort nimmt der Verkehr etwas ab und wir erreichen am frühen Abend den Rothsee, an dem wir noch eine kurze Paddelrunde einlegen. Übernachten werden wir heute schon nördlich von Erlangen.

Tagesaktuelle Tourvorbereitung oberer Main

Am Morgen kaufen wir noch lecker Kuchen und ein frisches Brot in der Bäckerei Pickelmann in Bubenreuth. Schnell checken wir zudem den Pegel des oberen Mains. Der obere Main darf nur ab einem Mindestpegel von 220 cm am Pegel Kemmern befahren werden. Unterhalb von 220 cm gilt ein absolutes Befahrungsverbot. Aber, heute passt alles, der Main hat 224 cm. Ok, etwas knapp, aber immerhin ist die „Main-Ampel“ grün!

Der Wetterbericht sagt einigermaßen stabiles Wetter bis zum Nachmittag voraus. Erst ab 15 Uhr soll das Gewitterrisiko und die Wahrscheinlichkeit für Niederschlag deutlich ansteigen. Klingt ja ganz ok…

Um 10 Uhr treffen wir uns dann mit einem befreundeten Paar in Breitengüßbach. Heike und Philipp wollen uns mit dem Faltcanadier begleiten. Wir planen die Strecke von Ebensfeld nach Breitengüßbach zu paddeln. Die entspricht einer Strecke von etwa 15,2 km – ein gutes Tagespensum. Schnell sind unsere Sachen vom Bus in den Audi umgeladen und wir fahren zusammen hoch zum Einstieg von Ebensfeld. Am Einstieg bei Ebensfeld können etwa 4-6 Autos abgestellt werden.

Der Main fließt hier in Ebensfeld relativ flott, zudem ist direkt unterhalb des Einstiegs eine Sohlschwelle. Verspricht ja spaßig zu werden. Wir pumpen die Boards auf und helfen dann unseren Freunden beim Aufbau ihres Faltcanadiers der Firma Ally. Ok, nach der ganzen Plackerei mit dem Boot sind wir jetzt gut druchgeschwitzt, also rauf aufs Wasser!

Canadier und SUP – eine bunte Mischung

Die ersten Meter auf dem Main machen richtig Spaß. Heike ist das erste Mal in einem Canadier, aber mit dem „alten Fuchs“ Philipp und unserer Mithilfe hat sie schnell den Dreh raus. Obwohl der Main nur knapp über dem Mindestpegel ist, laufen wir keine Gefahr einer Grundberührung. Leider wird der Main streckenweise sehr langsam fliesend – er erinnert uns dann schon fast an die Altmühl. Immerhin muss man niemanden am Ufer fragen, in welche Richtung der Bach eigentlich fließt.

Wir fahren meist mit dem SUP voraus, der Canadier folgt uns. Bei den wenigen Sohlschwellen schickt mich Jutta zum „scouten“ voraus. Also in den Surfers Stand und dann durch die (sehr) leichte Stromschnelle. Der Obermain wird laut DKV als Wildwasser 1 (WW1) geführt. Das können wir nicht ganz nachvollziehen. Für uns ist der Obermain bei dem Wasserstand eher „WW0,5“ – OK, die Klasse gibt’s halt nicht.

Teilweise ist der Main sehr schön renaturiert worden. Uns begleiten Grau- und Nilgänse mit ihren Nachwuchs. An einer Stelle hat man sogar am Ufer eine richtig schöne Picknickstelle eingerichtet, inkl. Sitzgelegenheiten. Die Ein- und Ausstiegsstellen sind relativ gut gekennzeichnet.

Wir haben Wetter

Und dann hält sich das Wetter nicht an die Vorhersage. Wir sehen schon, wie sich von Westen her einzelne Wolkenbänder immer mehr verdichten und dunkler werden. An der Straßenbrücke bei Unterleiterbach machen wir Pause. Und kaum sind wir gerade am zusammenpacken um weiter zu paddeln, wird die blöde Wolke über uns inkontinent. Aber so richtig. Wir stellen uns unter die Brücke und lassen uns vom Regen überrollen. Andere Paddler haben nicht so viel Glück. Diese kommen mitten während des Wolkenbruchs klitschnass zu uns unter die Brücke. Aber nach 15 Minuten ist der Spuck vorbei und wir können wieder bei Sonnenschein weiter paddeln.

Und trotzdem, irgendwie ist jetzt die Luft raus und so brechen wir die Tour nach knapp 10 km am Ein-/Ausstieg von Zapfendorf ab. Philipp kämpft sich durch das Neubaugebiet zum Bahnhof von Zapfendorf durch und fährt die eine Station mit dem Zug nach Ebensfeld. Einer muss halt das Auto nachholen.

Wir bauen in der Zwischenzeit den Canadier ab und hängen alles zum Trocknen in die Büsche. Nach etwa einer Stunde ist unser „Taxi“ dann auch da, die Boards und der Canadier sind schon trocken und können so schnell verstaut werden. Am Ausgangspunkt Breitengüßbach kündet eine schwarze Wand im Westen von den vorhergesagten Unwetter. Philipp und Heike fahren zurück nach Nürnberg und wir fahren vor der Front her nach Ebing. Dort lassen wir uns von der Gewitterfront überrollen – es kübelt aus Eimern und dazu stürmt es wie blöd. Wir beschließen den Paddeltag im typisch fränkischen Gasthof Schwanen-Bräu ausklingen zu lassen. Das Bier dort ist einfach saulecker!

Info

Einstieg: 50.074283, 10.952600 (Ebensfeld)

Ausstieg: 49.982551, 10.883478 (Breitengüßbach)

Klassifikation Obermain: WW1 (weite Strecken eher Z2)

Detailinformationen: Kanuwanderweg Obermain

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